Kündigung aufgrund von Sachbeschädigung des Arbeitnehmers

Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen, und Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Kündigung aufgrund von Sachbeschädigung des Arbeitnehmers
Fachanwalt Bredereck

Zu den Pflichten des Arbeitnehmers gehört es auch, die Sorgfalt einzuhalten, die für die Ausführung seiner Tätigkeit erforderlich ist, um Schäden zu vermieden. Man muss sich in diesem Rahmen an die geltenden Sicherheitsvorschriften halten. Tut der Arbeitnehmer das nicht und führt vorsätzlich oder fahrlässig eine Sachbeschädigung herbei, kann dies – unabhängig von der strafrechtlichen Beurteilung – grundsätzlich Grund für eine fristlose Kündigung des Arbeitgebers sein. Ein anschauliches Beispiel dafür liefert das Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz vom 19.12.2016 (Az.: 3 Sa 356/16).

Frustrierter Arbeitnehmer haut Steuerungsgerät kaputt: In dem konkreten Fall ging es um einen Chemiefacharbeiter, der aus Frust über einen geringen Jahresbonus den Touchscreen-Monitor eines Steuerungsgeräts zerschlagen hatte. Dies hatte einen Sachschaden von 7.800EUR verursacht und zudem zu einer Explosionsgefahr sowie einem Produktionsausfall geführt, den die Arbeitgeberin auf 80.000EUR bezifferte.

Fristlose Kündigung wirksam: Das LAG Rheinland-Pfalz hielt die in der Folge ausgesprochene fristlose Kündigung für wirksam. Maßgeblich dafür war zum einen die Sachbeschädigung des Arbeitnehmers an sich, zum anderen aber auch die damit einhergehende Gefährdung anderer. Der Arbeitnehmer war bereits zuvor wegen einer Verletzung von Sicherheitsvorschriften abgemahnt worden. Deshalb ging die erforderliche Abwägung der Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zugunsten der Arbeitgeberin aus. Den Arbeitnehmer konnte auch seine lange Betriebszugehörigkeit von mehr als 20 Jahren sowie seine Unterhaltspflicht nicht vor dem Jobverlust bewahren.

Das LAG Rheinland-Pfalz: Insoweit ist im Rahmen der Interessenabwägung im Hinblick auf das Prognoseprinzip insbesondere zu berücksichtigen, dass der Verbleib des Klägers im Betrieb der Beklagten im Hinblick auf einzubehaltende Sicherheitsvorkehrungen deshalb unzumutbar ist, weil das Verhalten des Klägers als Sicherheitsrisiko zu bewerten ist, denn der streitgegenständliche Vorfall fand in einem explosionsgefährdeten Bereich statt. Daran vermag entgegen der Auffassung des Klägers auch seine zu seinen Gunsten zu berücksichtigende Betriebszugehörigkeit von über 20 Jahren sowie seine bestehenden Unterhaltsverpflichtungen für drei Kinder nichts zu ändern (Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 19.12.2016 – 3 Sa 356/16).

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Was wir für Sie tun können: Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit im Zusammenhang mit dem Abschluss von arbeitsrechtlichen Aufhebungsverträgen, Abwicklungsverträgen und dem Ausspruch von Kündigungen.

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13.03.2018

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Die 5 größten Fehler mit Lärm am Arbeitsplatz

Ralph Schöne von Cirrus Research im Gespräch

Die 5 größten Fehler mit Lärm am Arbeitsplatz

(NL/7371732538) Frankfurt am Main, 25. August 2015. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV meldet: 20 Prozent der europäischen Arbeitnehmer sind hohen Lärmpegeln ausgesetzt. Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. Verbindliche Grenzwerte für Lärm am Arbeitsplatz gibt es per EU Direktive, trotzdem wird die Gefahrenquelle häufig vernachlässigt oder die Messungen werden nicht professionell durchgeführt. Anlass genug für Ralph Schöne vom global agierenden Spezialisten für Lärmmesstechnik Cirrus Research, einmal auf die 5 größten Fehler mit Lärm am Arbeitsplatz hinzuweisen natürlich samt entsprechender Best Practices.

Fehler Nr. 1: Problem ignorieren
Es erklärt sich fast von selbst, warum dies ein Fehler ist. Mitarbeiter könnten zu hohen Lärmpegeln ausgesetzt sein, die das Hörvermögen schädigen. Lärm kann außerdem die Konzentration beeinträchtigen und so zu Fehlentscheidungen und Unfällen führen. Nicht zu vergessen die Sanktionen und der Reputationsverlust im Fall eines Verstoßes gegen die EU Direktive.
Deshalb Augen und Ohren auf: Identifizieren Sie, wo eine mögliche Gefährdung durch Lärm bestehen könnte und verschaffen Sie sich einen validen Überblick über die Exposition der Mitarbeiter. Entspricht diese nicht den Aktionspegeln und Grenzwerten, ermitteln Sie, was zu tun ist: Können Maßnahmen zur Lärmminderung durchgeführt werden oder muss ein Gehörschutz bereitgestellt werden? Ganz wichtig: Führen Sie Gefährdungsbeurteilungen regelmäßig durch, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten.

Fehler Nr. 2: Ungeeignetes Gerät verwenden
Es gibt verschiedene Arten von Lärmmessgeräten unterteilt in Handgeräte und befestigte Geräte. Deshalb die alles entscheidende Frage: Verwenden Sie das richtige Gerät? Entspricht es dem geforderten Standard und kann es kalibriert werden? Wenn nicht, sind häufig unbrauchbare Messergebnisse die Folge. Teuer und ärgerlich!
Also klären Sie lieber im Vorfeld, ob eine feste Installation möglich ist oder ob die Mitarbeiter das Gerät beispielweise den ganzen Arbeitstag dabei haben und trotzdem freie Hände benötigen. In diesem Fall ist ein spezielles Lärmdosimeter die richtige Wahl. Noch ein wichtiger Hinweis: Das komplizierteste Gerät ist nicht immer zwingend das Beste für Ihre Bedürfnisse.

Fehler Nr. 3: Fehlerhaft messen
Diesen Fehler kann auch das beste Gerät nicht ausbügeln. Die Folge: Ihre Ergebnisse sind nicht präzise und damit nicht repräsentativ. Das bedeutet: sie können bei möglichen Auseinandersetzungen infrage gestellt werden.
Gemäß EU Direktive soll eine arbeitsplatzbezogene Messung in Kopfhöhe erfolgen. Vorzugsweise ohne den betreffenden Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Wenn der Mitarbeiter anwesend sein muss, dann sollte die Messung im Abstand von mindestens 15 cm erfolgen. Überprüfen Sie zusätzlich, ob der entsprechende Kollege Rechts- oder Linkshänder ist, denn auch das kann Einfluss auf die Messergebnisse haben.

Fehler Nr. 4: Vorher nicht kalibrieren
Wie sollen Sie ohne Kalibrierung wissen, ob Ihr Gerät beschädigt wurde oder Fehlfunktionen aufweist? Besonders das Mikrofon ist ein sensibler Bestandteil des Messgeräts. Deshalb lautet die Devise: vor und nach der Messung einen Schallkalibrator verwenden. Am besten bestellen Sie den Kalibrator direkt mit dem Gerät mit, dann haben Sie definitiv das richtige Modell. Ein wichtiger Hinweis dazu: Ihr Kalibrator sollte mindestens Klasse 2 gemäß IEC 60942:2003 erfüllen.
Zusätzlich zur Kalibrierung müssen Sie Ihr Gerät mindestens alle zwei Jahre werkskalibrieren lassen. Damit wird sichergestellt, dass sowohl Schallpegelmesser als auch Kalibrator fehlerfrei arbeiten. Wir empfehlen unseren Kunden, jedes Jahr eine Werkskalibrierung durchführen zu lassen.

Fehler Nr. 5: Optimierungspotenzial nicht nutzen
Ob leisere Maschinen, angepasste Arbeitszeiten, Schallschutzwände oder lärmabsorbierende Verkleidungen generell gilt: Lärmminderungs-Potenziale sollten immer zuerst ausgeschöpft werden. Im Ernstfall können die zuständigen Behörden Sie immer noch zum Handeln verpflichten.
Und auch wenn Sie eine Gefährdung durch Lärm festgestellt und Gehörschutz bereitgestellt beziehungsweise die Umgebungsgeräusche auf unter 70 Dezibel gesenkt haben, bleibt eine Restgefährdung bestehen. Also fragen Sie sich stets: Können Sie diese reduzieren? Möglicherweise bringen Ihre bisherigen Maßnahmen ja sogar eine Art Überschutz Ihrer Mitarbeiter mit sich. Das bedeutet, sie sind möglichweise nicht mehr in der Lage, Warngeräusche wahrzunehmen.
Noch ein Tipp: Wählen Sie einen Gehörschutz aus, der der Arbeitsumgebung angemessen ist. Beachten Sie dabei auch die Aspekte Tragekomfort und Hygiene.

Cirrus Research plc
Innovativ, benutzerfreundlich, zuverlässig das ist Cirrus Research plc. Das englische Unternehmen mit Niederlassung in Frankfurt am Main gilt heute weltweit als einer der führenden Ansprechpartner für alles rund um die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Lärmmesstechnik. Und das aus einer Hand, denn produziert wird ausschließlich in England. Die Produktpalette umfasst Schallpegelmessgeräte, Lärmdosimeter, Lärmüberwachungssysteme für den Outdoor-Bereich und Human-Schwingungsmesser.

Cirrus Research macht es sich seit seiner Gründung 1970 zur Aufgabe, Anwender auf verschiedensten Gebieten bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zur Lärmmessung zu unterstützen. Und das weltweit, mit qualitativ hochwertigen Geräten zum fairen Preis. Dabei positioniert sich das Unternehmen ganz klar als spezialisierter Hersteller, nicht als Zulieferer. Für die Kunden bedeutet das vor allem innovative und konsequent benutzerfreundliche Geräte sowie Rundum-Service, bestehend aus einem persönlichen Ansprechpartner, umfassender Beratung, kostenlosen Software Updates und einer auf dem Markt einzigartigen 15 Jahre-Garantie.

Cirrus Research ist nach ISO 9001:2008 und ISO 14001:2004 zertifiziert und Hauptförderer des UK Institute of Acoustics sowie Fördermitglied der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V (DEGA).

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